Räuspern? Nein, danke!

 

 

 

Sie sitzen in einem Raum, hören den Gesprächen ihrer Kollegen zu und wollen schließlich auch etwas zur Gesprächssituation beitragen. Bevor Sie lossprechen räuspern Sie sich aber erstmal. Und das machen Sie immer so, natürlich unbewusst.

 

Warum eigentlich?

 

 

Es kann sein, dass Sie damit Ihr Sprechwerkzeug, also Ihre Stimmlippen, testen wollen. Es kann aber auch sein, dass Sie ein Fremdkörpergefühl im Halsbereich spüren oder eine Enge, die nach dem Räuspern weg ist. Wenn Sie sich vor jeder Situation räuspern, dann nennt man dies "psychogenes Räuspern". Es klingt schlimm, ist es aber nicht. Sie können es sich genauso wieder abtrainieren, wie sie es sich antrainiert haben. Das ist aber wiederum ein anderes Thema.

 

Ich möchte Ihnen erklären, warum das Räuspern für unsere Stimmlippen auf Dauer sehr schädlich sein kann.

Jedes Mal reiben diese ganz fest aneinander - das typische Räuspergeräusch entsteht. Die Stimmlippen sind von einer sensiblen Schleimhaut umgeben. Diese Schleimhaut wird durch das Räuspern angegriffen und braucht Zeit, sich wieder zu regenerieren. Wenn Sie sich nun besonders häufig räuspern, können die Stimmlippen gar dauerhaft geschädigt werden. Wie sich das wohl anfühlt? Probieren Sie es aus:

Klatschen Sie einmal ganz fest, und ich meine wirklich ganz fest, in die Hände. Spüren Sie dieses "bitzeln" in den Handinnenflächen?

 

Was also ist zu tun?

 

Einer von vielen Tipps: kräftig schlucken! Aber auch leichtes summen oder brummen ist effektiv. 

 

Oder stellen Sie sich doch mal folgende Situation vor: Sie vernaschen Ihre Lieblingsschokolade, ganz langsam, mit viel Genuss. Dabei entweicht Ihnen ein "Mmmmmhhh"...Mit dieser simplen Alternative können Sie ganz schnell - und vor allem sehr entspannt - Ihren Stimmapparat überprüfen. Das schöne an diesem "genussvollen Mmmmhhh" ist, dass Sie sich danach automatisch auf Ihrer physiologisch günstigen Sprechstimmlage befinden.

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