Warum Babys durchschreien können

 

 

 

Während ich diese Zeilen tippe, liegt meine Tochter schreiend auf meinem linken Arm. Sie kann minutenlang schreien, ohne zwischendurch bewusst Luft zu holen. Erstaunlich, oder? Es wäre doch schön, wenn wir Erwachsenen während Gesprächssituationen dies genauso könnten - also Sprechen, ohne dass uns die "Luft wegbleibt". 

 

 

 

In der Atemrhythmisch Angepassten Phonation, kurz AAP, nach Coblenzer und Muhar wird dieses Phänomen Reflektorische Atemergänzung (RAE) genannt. 

 

Was passiert hier genau?

 

Die RAE wird ausgelöst, wenn wir die artikulatorische Ventilspannung von Lippen, Zunge, Gaumensegel, Kiefer federnd lösen (auf Endkonsonant- oder vokal). Die Artikulationsorgane stehen durch Muskelspannungsketten mit dem Kehlkopf in Verbindung. Dieser wiederum durch den Luftröhrenzug mit dem Zwerchfell. 

Wenn wir also die Ventilspannung lösen, federt das Zwerchfell nach unten. Dadurch werden die Stimmlippen geöffnet, so dass die Atemluft

schnell und geräuschlos einströmen kann. Wir kommen mühelos und in

der für Reflexe typischen Zeit von 0,2 Sekunden wieder zu Luft. 

 

Die Vorteile der RAE:

 

Unsere Stimme erhält mehr Volumen, die Stimmlippen trocknen nicht aus und wir gewinnen mehr Präsenz. Der Gesprächskontakt bricht nicht ab, da wir nicht „schnappen“. Wir alle beherrschen die "Zwerchfellatmung" von Geburt an. Im Laufe des Lebens "verlernen" wir sie aufgrund der Sozialisation. Was jedoch schon einmal vorhanden war, kann schnell wieder erlernt werden.

"Kitzeln" Sie die Reflektorische Atemergänzung in Ihnen wieder wach - in einem Erfolgston-Stimmtraining!

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