Warum Sie in Ihrer beruflichen Kommunikation Ihre Persönlichkeit brauchen


Da ist dieser Mann. Rhetorisch sehr gewandt. Wenn er aber spricht, dann spürt man seine Anspannung. Alles klingt nach Stakkato, der Mensch wirkt gehetzt, seine Stimme hört sich gepresst an. Der Mann hält jede Woche Reden in der Öffentlichkeit, leitet ein Team und gibt Interviews. Von den Journalisten erhält er immer das Feedback, dass er zu schnell reden würde – die Zuhörer würden hier nicht mehr mitkommen.

 

In unserer Zusammenarbeit erklärt mir der Kommunal-politiker, dass er sich nach seinen Reden total erschöpft fühlt, etwa so wie nach einem Marathonlauf. Sobald er vor einer Gruppe von Menschen oder Kameras und Mikrofonen steht, erreicht ihn diese Anspannung, die ihn bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Ich frage ihn, ob er während seinen Reden seinen Körper spürt, beispielsweise wie er da steht oder ob er im Schulterbereich angespannt ist. Die Antwort lautet: „Nein“. Der Mann ist ausschließlich auf seinen Inhalt fixiert, wenn er zu den Menschen spricht.

 

Ihm fehlt die innere Verbindung zu sich selbst

 

Wir machen uns also auf die Suche und schauen, was den Redner aus dieser Anspannung erlösen könnte. Wir arbeiten sehr viel mit der inneren und äußeren Präsenz. Der Mann nimmt seinen Körper wahr und kommt so mit sich selbst in Kontakt, während er spricht. In einer Coaching-Einheit frage ich ihn, für was sein schnelles Sprechtempo eigentlich gut sei. Da ploppt plötzlich ein Glaubenssatz in ihm auf: „Ich muss in kürzester Zeit ganz viele Informationen rüber bringen, damit ich kompetent wirke.“ Dieser AHA-Effekt wirkt lange nach und er ändert etwas: Seine innere Einstellung zum vermeintlichen „idealen Sprecherbild“. Der Redner lässt mehr und mehr seine eigene Persönlichkeit bei öffentlichen Vorträgen zu. Dabei wirkt er ruhig und gelöst, baut Kontakt zu seinen Zuhörern auf, bevor er mit dem Sprechen beginnt. „Ich stelle fest, dass in mir ein WIR-Gefühl aufkommt, wenn ich Reden halte, die anfängliche Distanz ist nicht mehr vorhanden“, beschreibt der Kommunalpolitiker sein Sprechgefühl. Das typische Behördendeutsch ist gewichen, der Mann drückt sich einfach und plastisch aus und fühlt sich wohl dabei. In ihm taucht ein Bild eines wohlwollenden Steuermannes auf, der im Boot seine Mannschaft entspannt und sicher durchs Meer bewegt. Den erschöpften Marathon-Läufer gibt es nicht mehr. Der Mann konnte sich durch die innere Verbindung zu sich selbst, von seinem angespannten und gehetzten Sprechen lösen.

 

„Ich muss schnell zum Ende kommen“

 

So denken leider viele Menschen, die Präsentationen oder Vorträgen halten. So auch der Sohn eines Geschäftsführers eines mittelständischen Unternehmens. Er kam zu mir, da er vor seinen Mitarbeitern immer aufgeregt ist und viel zu schnell spricht – dabei verschluckt Satzendungen und wird schlecht verstanden. Seine Sprechsituationen beschreibt er mir so: „Bei Präsentationen möchte ich schnell zum Ende kommen, damit es endlich vorbei ist. Ich fühle mich wie ein Gefangener da drin, es ist wie es ist, ich kann's nicht ändern.“ In ihm taucht ein Bild von einem Vogel auf, der in einem Käfig eingesperrt ist. Dieses passt perfekt zu seinem Sprechausdruck: Die Stimme wirkt flattrig und unsicher aufgrund großer Aufregung. Wenn er sich mit mir unterhält, spricht er in kurzen und prägnanten Sätzen. Sobald wir aber eine Vortragssituation mit einer Videoaufnahme simulieren, kommen Substantivierungen und Fachbegriffe zum Vorschein, gepaart mit Schachtelsätzen.

Er benutzt eine Sprache, die nicht seine ist. Und genau das setzt in unter Stress.

In einer Coaching-Einheit platzt schließlich der Knoten und ich erfahre, warum sich der Mann vor seinen Kollegen oder Kunden auf diese Art und Weise ausdrückt: „Ich muss so reden, damit ich eloquent rüberkomme und von den anderen Gesprächspartnern ernst genommen und akzeptiert werde“, lautet die Antwort. In unserer Zusammenarbeit finden wir heraus, dass der Juniorchef in Mitarbeitergesprächen oder Präsentationen ausschließlich aufs „Außen“ fokussiert und mit sich selbst überhaupt nicht in Kontakt ist. Der Mann schaut immer nur darauf, wie er sich hochgestochen genug ausdrücken kann, um „gut“ vor seinen Kollegen dazustehen. Das Paradoxe dabei ist: Dafür unterdrückt er seine eigene Persönlichkeit – und fühlt sich „gefangen“. Mehr noch: Seine innere Unsicherheit und Aufregung nimmt auch sein Umfeld wahr. Man spricht hier vom sogenannten psychorespiratorischen Effekt. Das im Unternehmen sowieso schon schwierige Standing, wird dadurch noch schwieriger.

Wir beschäftigen uns sehr viel mit den Themen Körperwahrnehmung, Präsenz und der Klient kreiert sich ein neues Sprecherbild: Ein Gipfelstürmer, der mit stolz geschwellter Brust auf dem Berg steht. Während der Klient zu Beginn unserer Zusammenarbeit steif und angespannt vor der Kamera agierte, läuft er nun aufgerichtet und entspannt durch den Raum. Er spricht deutlich, mit voller Stimme und gestikuliert dabei auf natürliche Art und Weise. Der Juniorchef traut sich immer mehr seine eigene Persönlichkeit zu leben, verwendet seine eigenen Wörter und fühlt sich selbstsicherer in Kunden- und Mitarbeitergesprächen. Er ist gut mit sich selbst und seinen Gesprächspartnern in Kontakt.

Seine Persönlichkeit im Beruf leben: nicht einfach, aber machbar

Sie sehen also: Wenn Sie in Ihrer beruflichen Kommunikation (meist unbewusst) in eine Rolle schlüpfen, um irgendeinem „idealen Sprecherbild“ (das Sie sich übrigens selbst kreiert haben) gerecht zu werden, kann das auf Dauer ganz schön anstrengend sein: Denn es wirkt sich ummittelbar auf Ihre Stimme, Sprache und Ihr gesamtes Innenleben (Sprechgefühl) aus. Was brauchen Sie also, um in Vortragssituationen Sie selbst zu sein?
 Die Verbindung zu sich selbst (und damit auch zu den anderen).

Und was steht auf dem Spiel, wenn Sie diese Verbindung zu sich selbst nicht schaffen?

 

Sie werden sich in Vorträgen weiterhin unsicher fühlen, Stress, Druck oder Angst verspüren. Sie gehen erschöpft aus Präsentationen raus und verlieren die Lust und die Freude am Reden.

Ihre Zuhörer verstehen Sie schlecht, können Ihnen nur schwer folgen. Durch die fehlende Überzeugungskraft entsteht Langeweile und schließlich Desinteresse. Ihre Informationen „verpuffen“. Das Publikum fühlt sich nicht ernst genommen, da Sie es nicht wahrnehmen (Kontakt/Präsenz).

Möchten Sie sich künftig in Ihrer beruflichen Kommunikation sicher und geerdet fühlen? Gerne unterstütze ich Sie dabei mit meinem STIMMIGKEITS-SYSTEM.

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