Warum tiefes Einatmen vor Vorträgen ein "No-Go" ist

Einige von uns kennen das: Wir sprechen und sprechen, meist so lange, bis uns - im wahrsten Sinne des Wortes - die Luft weg bleibt. Dann ziehen wir Luft in unsere Lungen, das geschieht meist sehr lange und vor allem geräuschvoll. Viele Redner sind dafür bekannt. Dieses sogenannte „Schnappen“ kann auf Dauer Probleme verursachen. Der Begriff stammt übrigens von Horst Coblenzer und Franz Muhar, die Begründer der Atemrhythmisch Angepassten Phonation (AAP). Dieses hörbare Einatmen ist überwiegend mit Hochatmung verbunden und bringt viele Menschen aus Ihrem natürlichen Atemrhythmus.

 

Warum zuviel Atem unsere Stimme „bremst“

 

Ein bewusstes, (scheinbar) tiefes Einatmen erhöht automatisch den Druck auf unsere Stimmlippen. Die Schleimhäute werden gereizt und trocknen aus. Auf Dauer kann diese Art von Atmung sehr ungesund sein: Zu den typischen Symptomen gehören Heiserkeit, Sprechmüdigkeit oder gar Stimmlippen-knötchen.

Auch unsere Stimme leidet: Sie klingt beim „Schnappen“ oftmals gepresst. Diese Art von Atmung tritt meistens auf, wenn wir nervös, aufgeregt oder gestresst sind. Durch diese Anspannung wird der Kehlkopf nach oben geschoben und um die Stimmlippen wird es ganz schön eng.

Bei einer gesunden Zwerchfellatmung passiert das Gegenteil: Hier herrscht eine Kehlkopftiefstellung, die Stimmlippen reiben nicht aneinander, da sie mehr Raum besitzen. Damit wird Heiserkeit vermieden und die Stimme klingt mühelos und resonanzreich.

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Was, DAS ist MEINE Stimme?

Nicht alle Männer haben automatisch eine sonore und wohlklingende Stimme. Es gibt auch Redner, die weichen sehr stark von ihrer natürlichen Sprechstimmlage ab. Die Stimme klingt dann meistens gedrückt oder gepresst. Auf Dauer kann das für beide Seiten sehr unangenehm werden - für den Redner selbst, aber auch für die Zuhörer. Ich hatte einmal einen Klienten, der sprach die ganze Zeit in dieser sogenannten erhöhten Sprechstimmlage. Nach längeren Vorträgen war er meist platt und fühlte sich wie ein Marathonläufer, der durch den Vortrag rannte. Dieses „gehetzt sein“ machte sich auch in seinem Sprechtempo deutlich. Er überholte sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst. Sein Körper war dabei sehr angespannt. 

 

Körperspannung und Stimme

 

Als der Klient damals in einem Deuserband hing und das erste Mal auf seiner natürlichen Sprechstimmlage unterwegs war, verschlug es ihm fast die Sprache: „Es fühlt sich so locker, frei und weit an. Mein Stimme vibriert im Bauchraum und hat ein Volumen, dass ich so nicht nie kannte.“ Das Band hat ihn eine Lockerheit gebracht, die in unserem Hüftbereich nötig ist, um eine resonanzreiche Stimme erklingen zu lassen. Was viele nicht wissen: Durch Über- oder Unterspannung verlieren wir 20 bis 60 Prozent unserer Stimmkraft.

 

Wie gelingt es uns in eine eutone Körperspannung zu kommen, damit wir unser volles Stimmpotenzial entfalten können?

 

Wie bereits erwähnt, kommt „die Kraft der Stimme“ nicht aus unserem Hals, sondern aus dem Becken. Aus diesem Grund sollten wir immer auf eine Körperdurchlässigkeit achten. Achten Sie auf einen stabilen, hüftbreiten Stand (Surfbrettstand) und aufgerichteten Oberkörper.

 

Nicht umsonst hören Schauspielschüler immer wieder folgenden Satz: „Sie brauchen mehr Durchlässigkeit in Ihrem Körper.“

 

Wie können Sie das üben?

 

1.) Lassen Sie beim Sprechen Ihre Knie locker. 

2.) Bleiben Sie in Bewegung - jegliche Form von Anspannung wirkt sich auf Ihre Stimme aus.

3.) Achten Sie im Alltag bewusst auf Ihre Körperspannung - nur so können Sie diese dauerhaft verändern. 

 

Vor allem Punkt 3 ist immens wichtig. Denn in unserem beruflichen Alltag werden wir oft stimmlich gefordert - in Meetings, Vorträgen oder Verhandlungen. Werden wir dabei noch gestresst, dann ziehen wir (unbewusst) unsere Schultern nach oben und spannen den Körper an. Je öfter Sie Ihre Körperspannung in solchen Situationen beobachten, umso besser können Sie eine Körperdurchlässigkeit herbeiführen. 

 

Mit folgender Übung möchte ich Ihnen den Zusammenhang zwischen Körperspannung und Stimme noch deutlicher machen:

 

Stellen Sie sich vor, Sie halten in großer Runde eine kurze Rede. Nehmen Sie die für Sie typische Position ein und beginnen Sie, die ersten fünf Sätze zu sprechen. Anschließend holen Sie sich ein Seil (oder ein größeres Handtuch) und beginnen damit wie mit einem Lasso über Ihrem Kopf zu schwingen. Wenn Sie dabei Ihren eigenen Rhythmus gefunden haben, wiederholen Sie nochmals die fünf Sätze. 

 

Nehmen Sie einen Unterschied in Ihrer Stimme wahr?

 

Vermutlich klingt diese klarer und voluminöser. Das heißt jetzt nicht, dass Sie ab sofort nur noch mit einem Seil über dem Kopf Vorträge halten sollen. Erspüren Sie den Unterschied im zweiten Durchgang und versuchen Sie diese Körperdurchlässigkeit in in Ihren Sprechalltag zu nehmen. 

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Mit diesen 6 Punkten verbessern Sie Ihre Präsenz

Die Sommermonate haben viele meiner Klienten genutzt, um an ihrer Präsenz zu arbeiten. Ich hatte dabei den Impuls, die spannendsten Fragen in meinem nächsten Blogartikel zu veröffentlichen. Und hier sind sie:

 

  • Wie kann ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen?

  • Wie werde ich endlich Ernst genommen?

  • Wie schaffe ich es, im Raum präsent zu sein und mich gleichzeitig sicher zu fühlen?

  • Wie kann ich selbstbewusst sprechen, ohne arrogant zu wirken? 

 

 

 

Gleich vorweg: Eine „Hammer-Methode“, die es ermöglicht aus jedem Menschen sofort einen tollen Vortragsredner zu machen, die gibt es nicht. Denn jeder von uns ist individuell - und da bin ich ehrlich gesagt auch sehr froh darüber. Das heißt: Jeder Klient besitzt einen anderen Zugang, um an seiner inneren und äußeren Präsenz zu arbeiten. Und da bietet die Atemrhythmisch Angepasste Phonation (AAP), die ich in meinem Coaching-Programm anwende, phantastische Möglichkeiten. 

 

Der Schlüssel zu jeglicher Kommunikation heißt „Intention“. Es macht schon Sinn, weshalb die Begründer der AAP dieser Sprechabsicht einen so hohen Stellenwert haben zukommen lassen: Sie bestimmt die Qualität unseres Sprechausdrucks. Wenn Sie sich all Ihren Intentionen bewusst sind und danach auch handeln, dann ergibt sich daraus ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Ihrer Atmung und Ihrer Stimme. Wird Ihre Intention hingegen gestört - sei es da Sie sich ausschließlich auf den Inhalt oder auf Ihre Nervosität konzentrieren - führt dies automatisch zur Beeinträchtigung Ihrer Atmung, Stimme und natürlich auch Ihrer Präsenz. 

 

Immer wieder werden Coachings angeboten, bei denen nur einzelne Elemente (wie etwa Artikulation bzw. Phonetik) trainiert werden. Das macht jedoch wenig Sinn. Es fehlt sowohl das Ausdrucksverhalten, als auch das innere Erleben. Redner wirken damit oftmals aufgesetzt oder gekünstelt und kommen so bei den Zuhörern unglaubwürdig an. 

 

  

Mit diesen 6 Punkten verbessern Sie Ihre Präsenz

 

  • Überlegen Sie sich vor einer Gesprächssituation genau, welches Ziel Sie verfolgen und was Sie vermitteln möchten.

  • Überlegen Sie, über was Sie nicht sprechen möchten.

  • Üben Sie sich im Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner - halten Sie diesen so konstant wie möglich.

  • Nehmen Sie sich Zeit beim Formulieren Ihrer Aussagen und Antworten.

  • Achten Sie darauf, einen für Sie angenehmen Abstand und eine angenehme Position zu Ihrem Gesprächspartner einzuhalten.

  • Lassen Sie beim Sprechen Gestik und Mimik zu.

 

Um Ihre Präsenz zu stärken, sollten Sie eine interessierte und wohlwollende Haltung entwickeln und diese auch bei sich selbst anwenden. So lernen Sie sich beim Kommunizieren immer besser kennen und entfalten mit der Zeit Ihr volles Stimm-Potenzial.

 

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Hände aus den Hosentaschen!

 

 

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die während des Sprechens ihre Hände in den Hosentaschen verstecken? Die gehören da nicht hin!

 

 

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Kitzeln Sie Ihre Stimme wach

 

 

Sie kennen das: Direkt nach dem Aufwachen besitzen wir eine sehr brummige Stimme. Wenn Sie diese jedoch schnell in vollem Umfang nutzen möchten, gibt es hierfür zahlreiche Tricks.

 

Mit folgenden Stimmtipps starten Sie gut in den Tag.

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Bewusstsein + Achtsamkeit = Stimme lenken

 

 

 

 

 

Gleich mal vorneweg: Es stimmt nicht, dass ausschließlich Männer "schlechter" ihren Körper, ihre Gefühle wahrnehmen können. Das merke ich immer wieder in meinen zahlreichen Trainings. Doch wieso ist es überhaupt wichtig, das Bewusstsein bzw. die Wahrnehmung zu schulen? 

 

 

 

 

 

 

 

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Klarheit und Präsenz am Telefon

 

Die Anruferzaheln auf dem Bildschirm werden nicht weniger, im Gegenteil: Sie nehmen zu. Das ist schon immer so gewesen, zur Mittagszeit. Hier haben die meisten Menschen Mittagspause und versuchen bei der Kundenhotline durchzukommen. Die wenigsten rufen an, um sich für irgendetwas zu bedanken oder ihre Freude mit dem Kundenberater zu teilen.

 

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Schreien Sie einmal ganz laut!

 

 

 

Und? Wie fühlt sich das an? Bestimmt nicht gerade entspannt und (stimmlich) lange durchhalten werden Sie mit dieser Methode vermutlich auch nicht.

Heike W. ist Sportlehrerin im Rhein-Neckar-Kreis und muss sich fast täglich auf diese Art und Weise verständigen: Entweder draußen auf dem Sportplatz oder drinnen in der großen Turnhalle. 

 

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Mit dem Publikum sprechen

 

 

Vielleicht kennen Sie das. Vor einem Vortrag sind Sie nervös, schauen ins Publikum und denken: "Hoffentlich kommt dieser jetzt gut an!" Warum eigentlich dieser Stress? Schauen Sie sich die Menschen, die vor Ihnen sitzen, genau an. Nehmen Sie Kontakt auf. Überlegen Sie, warum genau in diesem Moment diese Personen vor Ihnen sitzen. Sie wollen etwas erfahren, über Sie, über Ihr Thema...

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Tipps zur Stimmhygiene

 

 

 

 

 

Viele Sprechberufler stoßen ab und zu an ihre Grenzen: Heiserkeit oder Desinteresse am Sprechen sind das Resultat.

 

Hier nun einige STIMMTIPPS:

 

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Achten Sie auf Ihre Präsenz

 

 

 

 

 

 

 

"Sag mal, du bist doch gar nicht bei der Sache" oder "Hörst du mir überhaupt zu?". Bestimmt haben auch Sie schon einmal solche Sätze gehört. Doch was haben diese mit Ihrer Stimme zu tun? Eine Menge!

 

 

 

 

 

 

 

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Kitzeln Sie Ihre Stimme wach

 

 

 

 

 

 

Wir sprechen kurz nach dem Aufstehen den ersten Satz und  wundern uns: "Man, klingt die Stimme belegt." Unser sogenannter Stimmansatz liegt in diesem Moment noch weit hinten und somit klingt das Gesprochene nicht gerade sehr resonanzreich. Gerade Sprechberufler sollten morgens ein kurzes "Warm-Up" einlegen und nicht gleich mit ihrer Stimme von 0 auf 100 gehen. 

 

 

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Mehr Stimme durch Aufrichtung

 

 

 

 

Sie kennen das: Sie sitzen eingesunken vorm PC, da klingelt das Telefon. Wenn Sie genau aus dieser Haltung heraus in den Hörer sprechen, verschenken Sie bis zu 60 % Ihrer Stimmleistung!

 

 

 

 

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Räuspern? Nein, danke!

 

 

 

Sie sitzen in einem Raum, hören den Gesprächen ihrer Kollegen zu und wollen schließlich auch etwas zur Gesprächssituation beitragen. Bevor Sie lossprechen räuspern Sie sich aber erstmal. Und das machen Sie immer so, natürlich unbewusst.

 

Warum eigentlich?

 

 

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"Die Zähne zusammenbeißen"

 

 

Dieses Sprichwort passt wie die Faust aufs Auge. Tatsächlich spannen viele Menschen in stressigen Situationen ihren Kiefer an - meistens geschieht das unbewusst. Darunter leiden nicht nur unsere Zähne, sondern auch unsere Stimme. Warum?

 

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Zu WEM sprechen Sie?

 

 

 

"Sie weiß zwar unheimlich viel, aber sie kriegt mich nicht gefesselt!"

 

Das ist die Antwort eines Zuhörers einer Vortragsveranstaltung.

Was hat hier gefehlt? Der Kontakt!

 

 

 

 

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Warum es sich lohnt, bei sich zu bleiben

 

 

Viele meiner Klienten fragen mich, warum sie vor Gruppen nicht authentisch sprechen können. Das heißt: Sie sprechen meistens viel zu schnell, das wiederum erzeugt Luftknappheit und eine Hochatmung ist vorprogrammiert. Manchmal rutscht die Stimme nach oben und klingt höher als sonst.

 

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